„Hetze gegen Partisanen“

In den antifaschistische nachrichten Nummer 08 / 2005, erschien der Artikel „Hetze gegen Partisanen“ welchen wir hier dokumentieren:

Hamburg /Traunstein. Die März-Ausgabe der «Preußischen Zeitung. Unabhängige Zeitung für Deutschland», herausgegeben vom Bundesvorstand der «Landsmannschaft Ostpreußen», wartet mit einem Beitrag des Bundeswehr-Oberstleutnants a. D., Walter Held aus Traunstein, auf. Unter der Überschrift «Der Partisan – ein liebenswertes Wesen?» gibt Held seine Meinung zu einem «von Ideologie, Zeitgeist und politischer Korrektheit geprägten Thema» wieder. Seiner Auffassung nach unterlagen die «Freischärler / Partisanen» in den von den Nazis besetzten Gebieten nicht den Kriterien der «Haager Landkriegsordnung» und waren demnach lediglich «Verbrecher, Banditen, Gesindel, Marodeure, Meuchelmörder, Terroristen, die außerhalb der Gesetze standen».

Als «tumber Deutscher» sei er daher der Meinung gewesen, dass der «durchweg anständig kämpfende Frontsoldat» sich dagegen «mit harten Repressalien habe wehren dürfen». «Unappetitlich, ja geradezu pervers» werde es, wenn sich den heutigen Siegesfeiern der Alliierten des Zweiten Weltkrieges auch ehemalige Partisanen hinzugesellten. Unter Otto Schily sei eine «nationalmasochistische Einstellung» «Regierungsnorm». Im März wurde der 70jährige Held vom Vorwurf der «Volksverhetzung» freigesprochen. Ein Traunsteiner Richter sah in einem Flugblatt des «Arbeitskreis für Völkerverständigung», dessen Vorsitzender Held ist, keinen Tatbestand der «Volksverhetzung».

Der Staatsanwalt hatte hingegen die Verhängung einer Geldstrafe über 7500 Euro gefordert. Leserbriefe von Held fanden sich in der Vergangenheit nicht nur im «Ostpreußenblatt», sondern auch in der «Jungen Freiheit» und der «Deutschen Nationalzeitung» des DVU-Chefs Gerhard Frey.

2003 schrieb Held, der 30 Jahre lang Offizier der Bundeswehr war, dort über seine Teilnahme am Pfingsttreffen der Gebirgsjäger. Im selben Jahr hielt Held in Karlstein bei Bad Reichenhall die Festrede bei der alljährlichen Gedenkfeier für 12 französische Freiwillige der Waffen-SS, die 1945 dort erschossen wurden. Unter den Teilnehmern befanden sich zahlreiche ehemalige SS-Leute. In einem Brief an das ZDF lobte Held 2002 die Nachkriegspolitiker Adenauer (CDU) und Schumacher (SPD) als «zwei große Deutsche mit Mut und Charakter», weil sie «der Waffen-SS Gerechtigkeit widerfahren lassen» wollten. In einem Brief an den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, der 2001 auch in der neofaschistischen Zeitschrift «Recht und Wahrheit» abgedruckt wurde, warf er diesem u.a. vor, sich der «Vergangenheitsbewältigung», «der Zementierung eines einseitigen deutschlandfeindlichen Geschichtsbildes» zu widmen. «Wir Deutsche», so der Traunsteiner, «wünschen uns einen Repräsentanten, der gegen Lüge und Falschdarstellung unseres Geschichtsbildes in unparteiischer Weise einschreitet».

hma

Quelle: http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2005/08/1partisanen.shtml